Ein leiser Computer…


Manche Probleme werden immer größer, je länger man sich mit ihnen beschäftigt. Und dann kommt es zum Stillstand und hier erscheint auch lange kein Beitrag – wie in der Zeit von Januar bis ungefähr Mitte Februar. Aber nun … hier das Problem.

Mein kleiner Nettop war mir in bestimmten Situationen zu langsam. Besonders fiel das auf, wenn ich große Internetseiten scrollen wollte oder mit Audacity große Dateien schneiden wollte. So genehmigt sich der Computer beim Abspielen und dem Versuch des Vorspringens mit Shift-CursorRechts 1-4 Sekunden Bedenkzeit – das fühlt sich so an, als wäre der Tastendruck überhaupt nicht angekommen und man wundert sich, daß es plötzlich doch noch ne Reaktion gibt.

Also habe ich mich an meinen etwas älteren Computer erinnert, bei dem das nicht der Fall war. Dem älteren Computer habe ich ein neues Gehäuse und ein neues, leises und sparsames Netzteil spendiert und bin vor etwa 2 Wochen mit meinen Daten dorthin umgezogen.

PC5 neues Gehäuse und neues Netzteil-

Das Gute an dem leisen Netzteil ist, daß man sich sehr schön auf das Heulen des kleinen Lüfters auf der Grafikkarte (nvidia GeForce 8400 GS) konzentrieren kann. Den Lüfter kann man abschalten, indem man das Kabel von der Karte zieht. Dann wird der Kühlkörper so heiß, daß man ihn auch lange nach dem Ausschalten des Computers nicht anfassen kann. Da die Kühlung unterhalb der Karte stattfindet, zieht die Hitze auch noch durch die Karte nach oben und heizt diese gefährlich auf. Dieses Experiment habe ich schnell abgebrochen. Also habe ich die Karte ausgebaut.

nvidia GeForce 8400 GS-

Mit dem onboard-Chip (Intel 82945G/GZ) habe ich zwar nur einen VGA-Ausgang (und kein TV-out bzw. DVI mehr) und die Reaktionszeit ist ein klein wenig langsamer, aber ich bin durchaus zufrieden. – Wenn da nicht wieder obiges Probleme aufgetaucht wäre: Beim Scrollen von großen Internetseiten und vor allem beim Arbeiten mit Audacity waren die Bedenkzeiten unerträglich lang…

Nun gibt es ja auch passiv gekühlte Grafikkarten (für ca. 30 EUR), wie z.B.
NVIDIA GeForce 210, MGCP = 30,5 Watt
GeForce 210
Nvidia-Geforce-200-Serie > Leistungsaufnahmedaten

zum Vergleich die offiziellen Daten meiner lauten Karte:
NVIDIA 8400GS, MGCP = 38 Watt
Nvidia-Geforce-8-Serie > Leistungsaufnahmedaten

„MGCP“ steht kurz für „Maximum Graphics Card Power“ und bezeichnet die offiziell von nVidia angegebene, unter Normalbetrieb zu erwartende maximale Leistungsaufnahme einer Grafikkarte. Unter speziellen Bedingungen lässt sich unter Umständen aber eine noch höhere Leistungsaufnahme erreichen.

Für meine heulende Karte wird hier sogar eine „…maximale Leistungsaufnahme von 71 Watt…“ angegeben.

GeForce 210 > Technische Daten: „Erforderliche Mindestsystemleistung (W) 300“. – Da habe ich mit meinem neuen 350 Watt Netzteil wohl nur knapp die Hürde übersprungen…

Wenn ich mir den Amazon Bestseller-Rang 2 ansehe, lande ich bei einer Sapphire ATI Radeon HD5450 Grafikkarte zum ähnlichen Preis. Aber ohne große Recherche findet man bereits auf der Amazon-Seite den Hinweis „400 Watt“. Diese Karte würde mit meinem Netzteil vermutlich nicht laufen.

Also habe ich mir die EVGA passiv 64bit NVIDIA GeForce 210 bestellt.

nvidia GeForce 210 passiv-

Nach dem Einbau hat der freie Treiber nouveau sofort die Arbeit aufgenommen. Die Karte lief schnell, hat aber helle Störbilder vor allem in meinem dunklen Terminal-Fenster gezeigt.
Über ein KDE-Miniprogramm habe ich mir die Temperatur der Karte ansehen können und sie lag ohne Auslastung knapp unter 80°C. Grafikkarten halten zwar angeblich Temperaturen von ungefähr 100°C aus, aber im Sommer könnte man mit 10° mehr im Raum gefährlich nah dort hin kommen.

nvidia nouveau Treiber zeigt Störungen-

Das kann es alles nicht sein. Die Karte heizt ungefähr wie meine alte Karte mit abgeklemmtem Lüfter und dazu noch die Störungen. Eine gute Gelegenheit, meine eigene Anleitung nvidia-Treiber installieren einmal auszuprobieren.

Die Installation des unfreien nvidia-Treibers lief nach der Anleitung problemlos und die Störstreifen waren sofort weg.

nvidia Treiber

Die angezeigte Temperatur war allerdings zunächst noch immer ziemlich hoch. 75°C war ungefähr die Regel.

nvidia Treiber zeigt die Temperatur an

Im Menüpunkt PowerMizer war der Punkt „Preferred Mode“ zwar auf Adaptive (und nicht auf „Prefer Maximum Performance“) gestellt, aber er begann erst nach einem Klick auf den Knopf damit, die Leistung auch mal herunterzufahren und die Temperatur sank zusehns. Jetzt zeigt mir die Software maximale Temperaturen von ca. 65°C an. Das alles bei Raumtemperaturen um die 20°C bedeutet genügend Spielraum für die Sommerzeit und 10° mehr…

nvidia Treiber Performance Level

Was mir allerdings ein wenig Sorgen bereitet ist, daß meine Grafikkarte über den analogen VGA-Port erkennen kann, welchen Monitor ich nutze – und auch noch millimetergenau (ich hab extra nachgemessen) die Dimensionen des Bildes kennt… ich dachte immer, die Kommunikation über VGA geht nur in eine Richtung…

nvidia Treiber GeForce210

nvidia Treiber erkennt meinen Bildschirm via analog VGA


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