Debian 9 Stretch 64-Bit Neuinstallation


11.02.17 02:00

In den letzten Monaten war mein Leben wieder ein wenig spannender und somit wenig Zeit für einen Umstieg auf Debian 9. Da mein Laptop zeitsweise ein wenig zickt und endlos Tasteneingaben wiederholt bis man wieder eine Taste drückt, möchte ich auf einen „echten“ Desktop-PC zurück wechseln. Das Board dort ist noch gar nicht alt und die neue Festplatte ist zwar etwas langsamer, aber dafür mit 4TB riesig und leise. Der Grafikchip auf dem Board genügt bei Debian 8 meinen Bedürfnissen und so will ich nun einmal eine Neuinstallation von Debian 9 auf dem System starten und parallel berichten.

Debian 9 ist nun nicht mehr nur im Status „testing“, sondern bereits der RC2. Es kann also nicht mehr allzu lange dauern, bis es veröffentlicht wird.

Und auch wenn ich bei meinen Tests mit KDE noch nicht zufrieden war, so kann man zusätzlich Mate (= Fork des alten Gnome2) installieren und mit dem Fenstermanager compiz aufhübschen. Compiz war lange nicht mehr in Debian enthalten, hat aber wieder den Weg in Stretch gefunden.

Ich habe mir die aktuelle debian-stretch-DI-rc2-amd64-netinst.iso von hier heruntergeladen.

Nach der Anleitung schreibe ich die iso auf einen FAT32-formatierten Stick.

Zuvor sollte man in jedem Fall sicherstellen, dass man den Gerätenamen des Sticks kennt und alle wertvollen Daten vom Stick sichern.

$ sudo cp debian-stretch-DI-rc2-amd64-netinst.iso /dev/sdb

Dann kommt der Stick in den Zielrechner auf dem man installieren möchte. Auch hier sollte man sich zuvor im Klaren darüber sein, in welche Partition man installieren will bzw. wie man die Platte aufteilen will. Ich schaue hierzu gern mit gparted auf die Platte. Wenn dort noch kein startfähiges System installiert ist oder ein Windows, das z.B. ext4-Partitionen nicht erkennt, sollte man mit Knoppix (oder einem anderen guten Linux-Live-System) booten und mit gparted (oder einem anderen Partitionierungswerkzeug) die Aufteilung der Platte ansehen.

In meinem Fall befindet sich dort bereits ein lauffähiges Debian 8 64-Bit. Die vorhandene swap-Partition kann vom neuen System ebenfalls genutzt werden. Die Datenpartitionen sollen unberührt bleiben. Man sollte sich sich das Ziel zuvor notieren. In meinem Fall sind das in der Reihenfolge Gerät, Format, sinnvolle Bezeichnung, Größe:

/dev/sda6 ext4 Debian9-64-Bit 20GB
/dev/sda5 linux-swap 10GB

Bei der Installation sollte man, wenn sich noch weitere Daten auf der Platte befinden, manuell (!) Partitionieren. Die Partitionen werden im Installationstool nicht als sda6, sondern als Nr. 6 angezeigt. Ich empfehle für das Betriebssystem (und Datenpartitionen) ext4. Der Einbindungspunkt muß auf / lauten und es sollte unbedingt ein sinnvoller Name vergeben werden, wie z.B. Debian9-64-Bit.

Um nicht unbeabsichtigt Datenpartitionen zu überschreiben, empfehle ich die Verwendung von festen Größen für das Betriebssystem. Ich nehme immer ca. 20GB für ein Linux. Das füllt sich im Laufe der Zeit auf ca. 50% sodass noch genügend Platz ist für das Herunterladen und Entpacken zukünftiger Updates.

Bei meiner Installation vorhin habe ich gelernt: Man sollte Grub nicht bei der Installation eines testing-Systems installieren lassen, wenn bereits ein lauffähiges System installiert ist. Es ist besser, man erlaubt der Neuinstallation das Überschreiben von grub nicht und bootet zunächst das vorhandene System, um dort grub zu aktualisieren. Dann sollte das neue System erkannt und eingetragen werden. Mich hat Debian 9 vorhin in den grub rescue Modus geschickt.

error: no such partition.
Entering rescue mode...
grub rescue> ls
(hd0) (hd0,msdos3) (hd0,msdos2) (hd0,msdos1) (fd0)

Es ist schon nach 2 Uhr in der Nacht. Zeit schlafen zu gehen. Es wird später weiter am System geschraubt und der Artikel wird später fortgesetzt.


11.02.17 20:00

Ich habe in der Zwischenzeit mein Debian 8 wieder zum Laufen bekommen, indem ich die Supergrubdisk verwendet habe. Damit konnte ich noch immer nicht Debian 9 booten („no such device“), aber eben Debian 8. Von Debian 8 aus konnte ich dann grub neu installieren und einrichten:

$ sudo grub-install /dev/sda
$ sudo update-grub

Dann habe ich mir die Mühe gemacht und einen Installations-Stick mit Debian 8 erstellt und dann nochmals in die Partition auf sda6 installiert. Ich hatte den Debian 9 Installer im Verdacht und wollte zunächst 8 installieren, um dann die Updates auf 9 laufen zu lassen. Leider brachte auch Debian 8 keinen Erfolg, sondern exakt das selbe Verhalten.

Es kann an der Größe der Platte in Zusammenhang mit der Partitionierung liegen. Es gibt eine Grenze bis zu der der Bootloader springen kann. Und möglicherweise habe ich diese Grenze überschritten. Es kann nicht an Debian liegen, denn auf einer anderen Partition läuft es ja problemlos. Hier werde ich weiter nachforschen müssen. Eine riesige Platte hat zwar viele Vorteile, scheint aber bestimmte Dinge vorauszusetzen, die mir nicht bekannt sind.

Ich hatte ja damals schon einiges dazu geschrieben. 4.000 GB sind eben nicht einfach nur mehr Speicher. Mit größer werdenden Speichern werden auch ältere Systeme gern an verschiedenen Stellen gesprengt.


12.02.17 12:30

Tja, es ist wohl nicht ganz so einfach mit grub von sda6 zu booten, wenn die Platte so groß ist. Die Partition sda6 ist immerhin weit mehr als 2 TB vom Plattenanfang „entfernt“ – und 2 TB ist eine magische Grenze, wo die Probleme anfangen. Ich habe einmal ein Mini Debian 8 (also ohne Oberfläche) auf sda6 installiert und konnte mit Hilfe von Supergrubdisk dieses System booten. Mit dem von Debian 8 neu installierten grub leider immer noch nicht. Es macht also wohl Sinn, Debian 9 einmal in eine nicht „so weit entfernte“ Partition zu installieren. Ich habe noch ein sda2 frei, das ich demnächst hierfür einmal nutzen werde.

Es hätte vermutlich Sinn gemacht, die Platte mit GPT zu partitionieren, anstatt auf dos zu setzen, aber nun habe ich schon zu viele Daten drauf geschaufelt. Mit GPT gibt es allerdings möglicherweise neue, zukünftige Probleme. Ich müßte mich entscheiden ob ich die Platte für ein BIOS oder EFI installiere. Ja, das ist aktuell einfach, denn mein PC hat noch ein BIOS. Aber was wenn der PC abschmiert und die Hardware bis auf die Platte verreckt? Ich habe keinen weiteren PC, der die Platte dann noch lesen kann und jeder neue PC hat dann wohl kein BIOS mehr, sondern ein EFI siehe hier. Wird dann EFI noch mit meiner BIOS-formatierten Platte kompatibel sein?

Wie dem auch sei. Ich werde aus dem was jetzt ist versuchen das beste zu machen und sda2 mit Debian 9 befüllen. Später dann werde ich sda6 frei machen und versuchen, damit den Speicher meiner 2. Datenpartition vergrößern. Mal sehen was mir da noch für Probleme begegnen werden. Da liest, hört und schaut man so viele Computerberichte und über dieses Problem spricht niemand. Nicht mal mein Betriebssystem warnt mich bei der Installation, dass ich vermutlich nicht mehr booten kann. – Ja, ich hatte es mir einfacher vorgestellt.

Hier einmal die aktuelle Partitionierung meiner Platte:

/dev/sda1 ext4 Debian8-64-Bit 20GB läuft, soll erhalten bleiben
/dev/sda2 ext4 Debian7-64-Bit 20GB defekte Installation
/dev/sda3 ext4 data1 2.1 TB

/dev/sda4 extended enthält:
/dev/sda5 linux-swap 10GB
/dev/sda6 ext4 Debian9-64-Bit 20GB läuft nur mit Supergrubdisk
/dev/sda7 ext4 data2 1.8 TB


12.02.17 18:00

Nun habe ich Debian 9 auf sda2 meiner 4 TB Platte ohne Probleme installiert und zur Sicherheit auf die Installation des Bootloaders verzichtet. Ich habe den PC einfach mit Debian 8 gebootet und grub aktualisiert, um Debian 9 einzutragen.

Mate und KDE habe ich als Oberflächen ausgewählt und werde sobald wie möglich damit anfangen, die wichtigsten Tools zu installieren. Bei meinen kurzen Tests vorhin habe ich keinen Absturz bzw. Einfrieren von KDE erlebt. Die Umgebung sieht recht schick aus und einige Effekte (vielleicht sogar alle?) haben bereits direkt nach der Installation funktioniert. Mal sehen ob auch all das funktioniert was mir wichtig ist. Bildschirmfotos folgen ebenfalls an dieser Stelle demnächst. Ich möchte möglichst schnell vom Laptop auf den PC umziehen und mit Debian 9 arbeiten.


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2 Antworten to “Debian 9 Stretch 64-Bit Neuinstallation”

  1. Anonymous Says:

    Hi,

    RC2 bezieht sich auf den Installer, nicht auf die Distribution. Die Schlussfolgerung „ist schon nahezu fertig“ ist somit unzulässig.

    Probier doch mal mate oder cinnamon als Alternative zu KDE (ich habe mit KDE unter nicht stable debian immer Probleme gehabt.

    Gruß

    lopiuh

  2. kailiveonline Says:

    Hallo lopiuh,

    Danke für Deine konstruktive Kritik. Soll einer wissen, dass sich die Versionsangabe der Installationsdatei (auch manchmal) nach der Version des Installers richtet und nicht (nur) nach der Version des BS. Eine Veröffentlichung von Debian 9 ist nach meinen Erinnerungen dennoch in wenigen Wochen geplant gewesen. Kann sein, dass man das noch umwirft, aber ich habe etwas mit März im Hinterkopf. Bin gespannt.

    Mate gefällt mir eigentlich relativ gut. Es ist sehr schnell (leichtgewichtig) und erinnert an die guten Gnome2-Zeiten. Es sind am Ende aber meistens die Details, die mich dann überzeugen oder eben auch nicht. Auf meinem T60 läuft das aktuell mit Debian 9 mitgelieferte KDE5 sehr langsam und träge. Auch wenn die Abstürze weniger geworden sind, macht das so keinen Spaß.

    Gruß
    Kai

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