Weshalb ich noch immer kein Smartphone besitze


Die Hardware in den kleinen Dingern ist einfach nur gigantisch. Mit den vielen Sensoren kann so ein Gerät mehr erfassen als jeder Mensch. Einen Kipp-Sensor habe ich selber auch, aber sehen im Infrarotbereich oder hören im Ultraschallbereich kann ich schon nicht.

So sind die Mikrofone in den Smartphones eigentlich viel zu gut zum Telefonieren. Sie sind besser, weil man ja auch Videos und Audios mit den Geräten erstellen will. Aber der Frequenzgang geht noch weit über den hörbaren Bereich hinaus, bis hin zum Ultraschall. Und genau dieser Bereich wird aktuell für Spyware ausgenutzt. Diese Funktion ist in diversen Apps enthalten. Die Anbieter benutzten zum Erstellen von Apps Hilfsmittel wie z.B. das SilverPush SDK (software development kit) und fügen auf diese Weise automatisch diese Funktion in ihre Apps ein. Aber auch Firmen wie Adobe, Drawbridge und Flurry haben dieses Geschäftsmodell für sich entdeckt und machen hier mit.

Man kann aber auch LED-Glühlampen unsichtbar modulieren und darüber Daten übertragen. Damit kann man sogar eine Datenrate erreichen, die einen Computer mit Internet versorgen kann. Quasi als Alternative zu WLAN. Nur schneller. Da dies aber nicht sichtbar ist, kann es ebenfalls mißbraucht werden. Für unsere Augen ist die Lampe einfach nur eingeschaltet. Steuert man eine UV- oder IR-Lampe auf diese Weise an, kann es (für unsere Augen) sogar dunkel im Raum sein und die Daten fließen dennoch. (Den IR-Bereich hat man ja bei Handys in der Zeit vor den Smartphones für den schnurlosen Datenaustausch benutzt. Man mußte dazu die Geräte wenige Zentimeter voneinander anordnen und konnte Daten damals nur mit sehr geringen Geschwindigkeiten austauschen. Die Schnittstelle nannte sich IrDA (Infrared Data Association).)

Also ist die Hardware zu gut?
Nein, sicher nicht. Jede Funktion ist zu begrüßen, so lange das Betriebssystem zu 100% zuverlässig ist und dem Benutzer dient und nicht den Forderungen von Politikern, Werbetreibenden, Crackern oder anderen Verbrechern. Solange dies nicht der Fall ist, sollte man den Geräten mißtrauen.

Leider kann man sich auch nicht darauf verlassen, dass kostenlose Betriebssysteme wie Android aus Werbung finanziert werden und somit gefärlich sind, während man für Windows bezahlt und dieses System ungefährlich ist. Nein, so einfach läuft das nicht. So ist ein Linux auf einem PC häufig sicherer, obwohl es kostenlos ist.

Was man aktuell bedenken sollte ist, dass eingehende Daten aus vielen Quellen kommen können. Also aus dem Fernsehen, dem Radio, von einer CD oder DVD oder natürlich auch aus dem Internet. Wenn diese Daten um mich herumschwirren, ohne dass ich sie höre oder sehe, kann mir das eigentlich ziemlich egal sein. Erst in Kombination mit dem Smartphone werden diese Daten dann zu einer Gefahr. Hierzu ist das Internet mit dem Rückkanal nötig. Ohne diesen Rückkanal befinden wir uns automatisch wieder in der „guten alten Zeit“, in der wir nur per Telefon, Postkarte, Brief oder persönlich auf empfangene Daten antworten konnten.

Wenn mein Gerät antworten will, benötigt es immer das Internet. Und hier können wir wirklich froh sein, dass das Internet Geld kostet und es wegen der WLAN-Störerhaftung kein kostenloses, unverschlüsseltes Internet gibt. Ich habe also noch die Möglichkeit, diesen Weg zum verschicken von Daten abzuschalten. Ich kann also meinem Fernseher mit eingebauter Webcam und Mikrofon das Internet wegnehmen und schon kann man mich nicht mehr ausspionieren. Das wäre nicht mehr möglich, wenn überall unverschlüsselte WLAN-Netze zur Verfügung stehen würden.

Und die Smartphones?
Ja, die sehe ich als echte Gefahr an. Wir sind damit nahezu unendlich abhörbar. Wir tragen da nicht nur eine Wanze mit uns herum, sondern auch eine Kamera (zum Glück sind gleich auf beiden Seiten Kameras eingebaut, damit es auch dann noch etwas sieht, wenn das Telefon auf der einen Kamera liegt), GPS, Temperatursensor und am besten noch einen Pulsfühler und vieles mehr. Diese Daten gehen unverschlüsselt um die Welt durch das Internet zu Google, zu Microsoft und zu Apple und werden dort zusammengeführt und entweder direkt gegen uns eingesetzt oder an Dritte verkauft, die dann damit machen können was sie wollen.

Bei den alten Handys wurden wesentlich weniger Daten gesammelt und diese waren auch nur für die Netzanbieter abrufbar. Hier konnten Gesetze greifen und es mußte zunächst ein Durchsuchungsbeschluss her, um mich abzuhören – oder ein Geheimdienst. Jetzt kann diese Daten jede Firma kaufen. Wer genügend Geld auf den Tisch legt kann somit alles über jeden erfahren.

Die Dinger können also weder zu wenig noch zu viel, sondern häufig genau die falschen Dinge. Und es ist nicht der Benutzer, der über das Betriebssystem die Hardware steuert, sondern der Benutzer ist das dumme Opfer, das meint ein Gerät gekauft zu haben. In Wirklichkeit hat er eine Wanze gekauft, die weiterhin der Firma hinter dem Betriebssystem gehört und genau auf diese Firma hört. Und genau deshalb traue ich den Dingern nicht über den Weg.


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